UNTERWEGS MIT DEM WIND – EIN HERBSTBESUCH
FRANZISKA KOELLNER liebt es, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen!
Als Keramikkünstlerin mit dem Blick für zeitlos schöne Formen schafft sie Figürliches, Torsi,
Gefässe und Objekte zum Gebrauch.
Allem haftet etwas Besonderes an und gewinnt ihre Anhänger. Jede Oberfläche übertrumpft
die vorherige. Die Rakutechnik macht den Unterschied.
Seit über 30 Jahren ist Franziska eine Könnerin ihres Faches.
Mit ihren Werken befüllt sie Galerien an unterschiedlichen Orten, dazu ihren Laden
„SiebenSinn“ in der Mädlerpassage in Leipzig, ihrer Heimatstadt. Und sie ist gern auf den
niveauvollen Keramikkunstmärkten im Land präsent.
Zudem macht Franziska Reisen in verschiedene Himmelsrichtungen, hat dabei stets die
Materialien zur Formung neuer Keramiken im Gepäck.
Zuletzt führte sie die Entdeckungsfreude nach Dänemark und Schweden.
Der WIND, das Meer, die Küsten, Gesteinsformationen – alles regt ihre Fantasie an, inspiriert
sie vor Ort.
Mit einer Fülle neuer Kreationen kam sie kürzlich aus dem entspannten kühleren Norden
zurück.
Da kam meine Einladung in den inzwischen herbstlich windig gewordenen Hohen Fläming
gerade recht.
Mein altes Bauernhaus mit zeitlos authentischer Atmosphäre könnte ihr gefallen – so meine
Vermutung. Nichts Genormtes, hinlänglich Überraschungspotential, Bewahrtes und
Überdauertes.
Franziska kam mit viel Kunst im Gepäck, genoss die herbstliche Natur, den Wind wie an der
Küste am Tag ihres Besuches, tauchte in die Gemütlichkeit in meiner warmen Bauernküche
bei Kaffee und Kuchen ein. Wir hatten guten Gesprächsstoff, Austausch und Freude am
Wiedersehen.
Dann regte der Rundgang auf dem Gehöft unsere Fantasie an.
Die gerade in Schweden entstandenen Kunstobjekte bahnten sich ihren Weg ins Freie und
nahmen allmählich Platz in meinem windgeschützten Garten im Hof.
Es entstand ein Fluss, ein Sog von Ort zu Ort. Urwüchsige Gegenstände sockelten die Kunst!
Die Sonne tat ihr übriges, um uns euphorisch von Platz zu Platz wandern zu lassen, um die
attrativsten Stellen zu entdecken. Wir gerieten in eine Art Fotosessionfieber.
Es wurde in Szene gesetzt, Äste in die Richtung gebogen, die uns gefiel, frisch gepflückte
Maroni dazu drapiert. Eine begeisternde Freude hatte uns erfasst.
Kunst trifft auf Rustikales und geht unaufgeregt eine Symbiose ein. Alles verwächst und entfaltet sich.
Die Formen und Figuren durchwandern, erobern meinen Garten. Einfach, perfekt, unperfekt!
Die Torsi zeitlos, wie mein Haus. Sie tragen eine überdauernde Kraft und ungebrochene
Schönheit, trotzen allem, sind nicht mehr vollständig und doch von antikischer Pracht und
Stärke. Uneitel stehen sie in meinem Garten und strahlen aus.
Franziska und ich waren in unserem inszenatorischen Element. So wurde ein sehr windiger, kühler Septembertag zu einem lustvollen Kreativvevent für uns.
Beim Hugo im Hof mit Blick auf unser Arrangement konnte kein frischer Luftzug unsere
Freude trüben. Ein Nachmittag für die Kunst!
Dorf- und Waldspaziergang rundeten die Naturinhalation. Die Luft war unser Champagner.
Nach unserer leichten mediterranen Mahlzeit rüstete Franzi zum Aufruch und mit ihr entvölkerte sich mein Garten wieder. Alle Kunstobjekte wurden verpackt und traten mit Franziska die Heimreise an.
Zwei wunderbare Stücke haben es mir allerdings besonders angetan.
Sie durften bei mir bleiben und erfreuen mich seither im Bauernhaus auf meinem Tisch
enorm. Franziska ist eine kreatve Freundin mit Herz.
Liebsten Dank an Dich! Das war ein Besuch der ganz besonders inspirierenden Art.
Schön, dass Du den Herbstwind nicht gescheut hast, liebe Franziska.
Danke für den Besuch!
Herzlich Connie Nitzschke
Dramaturgin/Diplomtheaterwissenschaftlerin/ Kunstwissenschaftlerin


